# Verstehen

Den Nutzungskontext analysieren.

# Zusammenfassung

In dieser Phase werden die verschiedenen Nutzergruppen und ihre Erfordernisse ermittelt. Dabei werden die Aufgaben, Arbeitsweisen und Voraussetzungen der Nutzer erfasst und strukturiert dokumentiert. Dies geschieht noch ohne konkreten Bezug zur zu entwickelnden Anwendung. Bei einer Neu- oder Weiterentwicklung eines bestehendes Systems wird in dieser Phase auch das Altsystem analysiert um die Arbeitsweisen, Anforderungen, Stärken und Schwächen zu identifizieren. Hierzu kommen Methoden aus der Evaluations-Phase zum Einsatz.

TL;DR — KI in dieser Phase: Echte Nutzerdaten haben Priorität. KI unterstützt bei Recherche, Planung, Durchführung und Auswertung, ersetzt aber nicht die fachliche Validierung und das tiefe Kontextverständnis durch UX-Professionals.

Verstehen-Phase

# Ergebnis

Das Ergebnis dieser Phase ist eine Auflistung der verschiedenen Nutzergruppen mit ihren Arbeitsweisen und Anforderungen an das zu entwickelnde System.

# Fragen, die in dieser Phase beantwortet werden

  • Wer sind die Benutzer?
  • Was tun die Benutzer?
  • Welche Probleme haben die Benutzer?
  • Was benötigt ein Benutzer um sein Ziel zu erreichen/ seine Aufgabe zu erledigen?

# Mehrwert & Einsatzmöglichkeiten von KI

# Recherche & Vorbereitung

  • KI unterstĂĽtzt die Einarbeitung in fachliche Domänen, etwa durch die Vermittlung von Hintergrundwissen oder die Erklärung von Fachbegriffen.
  • Potenzielle Pain Points und Edge Cases lassen sich frĂĽhzeitig identifizieren.
  • Erste Einblicke in Markt- und Wettbewerbsstrukturen können gewonnen werden.
  • Relevante Zielgruppen lassen sich definieren und eingrenzen, etwa durch die Ableitung von Segmentierungsansätzen.

# Planung von Research-Aktivitäten

  • Forschungsziele können geschärft und Vorschläge fĂĽr geeignete Methoden (z. B. Kontextinterviews, Fokusgruppen, Tagebuchstudien) basierend auf Fragestellung und Kontext abgeleitet werden.
  • Im Kontext von Interviews bietet KI UnterstĂĽtzung entlang des gesamten Forschungsprozesses: von der Generierung erster Hypothesen, Forschungsfragen, Interviewleitfäden und -pläne bis hin zu EntwĂĽrfen fĂĽr Forschungsberichte.
  • Die sprachliche Ăśberarbeitung und Präzisierung dieser Artefakte kann effizient durch KI unterstĂĽtzt werden.
  • KI kann Screening-Fragen fĂĽr die Rekrutierung von Teilnehmenden generieren — dies erhöht die Passgenauigkeit der erhobenen Daten.

# DurchfĂĽhrung

  • KI kann unterschiedliche Perspektiven oder Nutzungssituationen simulieren, etwa durch das Durchspielen alternativer Szenarien oder Nutzerreaktionen — hilfreich, um Annahmen zu hinterfragen und das Verständnis fĂĽr unterschiedliche Nutzertypen zu erweitern.
  • Bei KI-moderierten Interviews werden reale Personen durch KI befragt — einsetzbar bei stukturierten Interviews.
  • Synthetische Interviews mit KI-generierten Personas sind eine Option, wenn der Zugang zu realen Nutzenden eingeschränkt ist oder explorative Annäherungen an eine Zielgruppe erforderlich sind.

# Auswertung

  • KI erleichtert die Transkription von Interviews und die Zusammenfassung von Gesprächsinhalten.
  • Textpassagen können codiert und strukturiert ausgewertet werden.
  • Erste Erkenntnisse und Schlussfolgerungen lassen sich durch KI vorbereiten — eine fachliche Validierung durch UX-Expert:innen ist weiterhin erforderlich.

# Datenquellen verknĂĽpfen

  • Unterschiedliche Datenquellen wie Interviews, Umfragen, Nutzungsdaten oder Support-Anfragen können zusammengefĂĽhrt und gemeinsam ausgewertet werden, um ein konsistenteres Gesamtbild des Nutzungskontexts zu erhalten.
  • Entwicklungen ĂĽber die Zeit hinweg lassen sich leichter berĂĽcksichtigen.
  • So entsteht ein kontinuierlich aktualisiertes Verständnis der Nutzer und ihrer BedĂĽrfnisse.

# Risiken beim Einsatz von KI

# Bias durch synthetische Daten

  • Echte Nutzerdaten mĂĽssen in dieser Phase klar Vorrang vor generierten Daten haben. KI-generierte Inhalte dĂĽrfen reale Nutzerdaten nicht ersetzen.
  • KI-basierte Inhalte können fehlerhaft oder durch Verzerrungen (Bias) beeinflusst sein und liefern daher keine verlässliche Grundlage ohne weitere Validierung.
  • Bei synthetischen Interviews besteht die Gefahr, dass Antworten ĂĽbermäßig bestätigend ausfallen und dadurch ein verzerrtes Bild erzeugen (Sycophancy).

# Verzerrte Zielgruppendefinition

  • Bereits die Definition der Zielgruppe durch KI kann verzerrt sein.
  • Generierte Segmentierungen oder Screening-Kriterien können zu allgemeinen oder unzureichend differenzierten Stichproben fĂĽhren — dies schränkt die Aussagekraft der erhobenen Daten ein.

# Einschränkungen bei KI-moderierten Interviews

  • Die GesprächsfĂĽhrung folgt in der Regel eng dem vorgegebenen Skript und reagiert nur eingeschränkt auf unerwartete Aussagen.
  • Nonverbale Signale, die fĂĽr das Verständnis von Kontext und Emotionen relevant sind, fehlen.
  • Die Interviewsituation kann fĂĽr Teilnehmende ungewohnt wirken.
  • Inhalte können nicht durch Zeigen oder Demonstrieren ergänzt werden.

# Verlust an Tiefenverständnis

  • KI ersetzt nicht den menschlichen Prozess des Aufbaus eines tiefgehenden Verständnisses fĂĽr die Nutzenden.
  • Ein zentraler Teil der UX-Arbeit besteht weiterhin darin, Perspektiven zu interpretieren, nachzuvollziehen und kontextuell zu verstehen.
  • Häufig ist es sinnvoll, sich mit vollständigen Transkripten — beispielsweise aus Interviews — auseinanderzusetzen, anstatt sich ausschlieĂźlich auf verdichtete, KI-generierte Zusammenfassungen zu stĂĽtzen.
  • Kontinuierlich verfĂĽgbare KI-gestĂĽtzte Auswertungen können dazu fĂĽhren, dass einzelne Erhebungen weniger tiefgehend analysiert werden — die schnelle VerfĂĽgbarkeit von Ergebnissen ersetzt nicht die notwendige inhaltliche Auseinandersetzung mit den Daten.

# Leitplanken fĂĽr den Einsatz von KI

# KI als UnterstĂĽtzung, nicht als Ersatz

  • Der Einsatz von KI sollte sich primär auf die UnterstĂĽtzung von Recherche-, Aufbereitungs- und Analyseaufgaben beschränken — die Verantwortung fĂĽr Qualität und Validität der Erkenntnisse verbleibt bei den UX-Professionals.
  • Die Generierung von Daten oder Nutzerverhalten durch KI sollte nur ergänzend eingesetzt werden und reale Nutzerdaten nicht ersetzen — UX-Methoden sollten weiterhin auf empirisch erhobenen Daten basieren.
  • KI ersetzt nicht die notwendige Auseinandersetzung mit den Daten, insbesondere im Hinblick auf implizite Signale, Nuancen und situative Zusammenhänge.

# Datenschutz

  • Vor der Nutzung von KI-Tools sollte geprĂĽft werden, wie diese mit eingegebenen Daten umgehen (Speicherung, Weiterverarbeitung, Trainingsnutzung).
  • Sensible oder identifizierende Informationen, wie die Namen von Teilnehmern, sollten vor dem Einsatz von KI anonymisiert oder pseudonymisiert werden.

# RĂĽckverfolgbarkeit

  • KI-gestĂĽtzte Auswertungen sollten stets durch einen engen Bezug zu den ursprĂĽnglichen Daten abgesichert werden.
  • Erkenntnisse mĂĽssen auf nachvollziehbaren Quellen basieren (z. B. Interviewaussagen oder Beobachtungen) und nicht ausschlieĂźlich aus aggregierten oder abstrahierten Darstellungen abgeleitet werden.
  • Die Integration und Auswertung unterschiedlicher Datenquellen sollte transparent erfolgen — Unterschiede zwischen Quellen, Nutzergruppen oder Nutzungssituationen mĂĽssen nachvollziehbar bleiben und dĂĽrfen nicht durch eine vereinfachende Aggregation verloren gehen.

# Kritische PrĂĽfung

  • Bei der Nutzung von KI zur Vorbereitung von Research-Aktivitäten (z. B. Methodenwahl, Zielgruppendefinition oder Leitfäden) sollten Vorschläge der KI stets kritisch geprĂĽft und an den spezifischen Projektkontext angepasst werden.
  • Die Auswahl geeigneter Methoden sowie die Gestaltung der Datenerhebung erfordern weiterhin fachliche Expertise und Kontextwissen.
  • KI-basierte Analysen und Zwischenergebnisse sollten als vorläufige Arbeitsergebnisse betrachtet werden.
  • Eine iterative ĂśberprĂĽfung, Anpassung und Ergänzung der Ergebnisse ist notwendig, um ein belastbares Verständnis des Nutzungskontexts zu entwickeln.

# Quellen

# Hinweis zur Nutzung von KI

Teile dieses Inhalts wurden unter Nutzung von KI‑gestützten Tools (insbesondere M365 Copilot) erstellt. Die Ergebnisse wurden durch die Autorin geprüft, überarbeitet und kontextuell eingeordnet. KI‑generierte Inhalte können fehlerhaft oder unvollständig sein und wurden daher nicht ungeprüft übernommen.


Zuletzt aktualisiert 25.05.2026