# Cores-and-Paths

Zweck
Ziele der Nutzer und Ziele der Betreiber identifizieren, bewerten und eine nutzerzentrierte Struktur für die Website ableiten.
Zeitaufwand
1 - 2 Stunden pro Template, etwa 1 Tag pro Workshop
Beteiligte
1 Moderator, ca. 6 Teilnehmer (Projekt-Team)
Erfahrungsstufe
Anfänger
Template für eine Cores-and-Paths-Analyse

# Zusammenfassung

Die Methode wurde 2007 von Are Halland entwickelt und dient dazu, die Informationsarchitektur einer Website zu visualisieren und zu optimieren. Dabei stehen die wichtigsten Inhalte (Cores) und die Wege (Paths) der Nutzer im Fokus – nicht die bestehende Struktur der Website.

Anstatt mit der Sitemap zu beginnen, wird direkt bei den wichtigsten Nutzerbedürfnissen angesetzt. Die Methode hilft dabei, die Ziele der Nutzer und die Ziele der Betreiber zu identifizieren, zu bewerten und eine nutzerzentrierte Struktur für die Website abzuleiten.

# Ergebnis

Eine klar strukturierte Übersicht über:

  • die wichtigsten Inhalte und Funktionen der Website (Cores),
  • die Wege der Nutzer zu diesen Inhalten (Paths),
  • die möglichen Schritte, die der Nutzer nach dem Besuch einer Seite unternehmen könnte.

Diese ermölicht eine bessere Abstimmung zwischen Nutzerbedürfnissen und Betreiberzielen und dient als Grundlage für die Erstellung von Wireframes und Scribbles.

# Vorgehen

  1. Voraussetzungen schaffen: Dazu zählen Kenntnis der Nutzerbedürfnisse (z. B. durch User Research), Klare Definition der Businessziele, Übersicht über bestehende Inhalte und Nutzeraufgaben, Abgleich zwischen Nutzerzielen und Betreiberzielen.
  2. Workshop organisieren: Die Methode kann alleine oder in einem Workshop durchgeführt werden.
    • Dauer: etwa ein halber Tag
    • Teilnehmerzahl: idealerweise 6–10 Personen (nicht mehr als 12)
    • Benötigte Materialien: Vorlage für das Core & Path-Template, Stifte, Post-it's, Flipchart oder Whiteboard
  3. Priorisieren: Folgende Fragen sollten beantwortet werden:
    • Was sind die wichtigsten Aufgaben der Nutzer auf der Website?
    • Wo stimmen die Ziele der Nutzer mit den Zielen der Betreiber überein?
    • Welche Aufgaben sind für die Betreiber wichtig, aber nicht zwingend für die Nutzer?
  4. Die Ziele definieren: Für jede wichtige Nutzeraufgabe wird eine Seite festgelegt mit folgenden Informationen:
    • Titel der Seite/der Aufgabe notieren
    • Businessziele (Ziele der Betreiber) festhalten
    • Benutzerziele definieren
    • Handlungsaufforderung (call to action)
  5. Das Wichtigste - The Core: Definieren, welches zentrale Bedürfnis der Nutzer auf der Seite erfüllt werden soll. Formuliert wird das Core-Element meist in Form von Inhalten und Funktionen:
    • Was muss die Seite bieten, um die Aufgabe des Nutzers zu lösen?
    • Welche Inhalte und welche Funktionen müssen vorhanden sein?
  6. Die Wege – The Paths: Definieren, wie der Nutzer auf die Seite kommt (Pfade nach innen, z.B. Google) und wie er danach weiternavigiert (Pfade nach außen, z.B. Verwandte Produkte)
  7. Ergebnisse festhalten: Alle erarbeiteten Inhalte werden auf einem Core-and-Path-Template festgehalten. Die ausgefüllten Templates bilden die Grundlage für die Informationsarchitektur und die Erstellung von Wireframes.

# Einsatzzeitpunkt

Die Cores-and-Paths-Methode eignet sich besonders in der frühen Konzeptionsphase einer Website, vor der Erstellung von Wireframes oder Prototypen.

# Hilfsmittel und Templates

# Vorteile

  • Nutzerzentrierter Fokus: Die Methode konzentriert sich auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer, nicht auf die bestehende Seitenstruktur.
  • Einfach verständlich: Klare Trennung zwischen Inhalten (Cores) und Wegen (Paths).
  • Hilfreich für alle Stakeholder: Die Ergebnisse lassen sich leicht kommunizieren und in die Praxis umsetzen.
  • Fundierte Grundlage für Wireframes: Klare Definition der wichtigsten Seiten und ihrer Funktionen.

# Nachteile

  • Erfordert genaue Kenntnisse über Nutzerbedürfnisse: Die Methode setzt eine fundierte User Research voraus.
  • Diskussionen können langwierig werden: Wenn zu viele Stakeholder involviert sind, könnten sich die Diskussionen in Details verlieren.
  • Zeitaufwendig: Die Analyse und Priorisierung der Cores und Paths kann mehrere Stunden dauern.
  • Technische Einschränkungen: Wenn die technische Infrastruktur der Website begrenzt ist, lassen sich die Ergebnisse möglicherweise nicht vollständig umsetzen.

# Wichtige Hinweise

Die Cores-and-Paths-Analyse sollte nicht auf der bestehenden Seitenstruktur basieren, sondern auf Nutzerbedürfnissen. Dabei sind die Eingangs- und Ausgangswege genauso wichtig wie die Inhalte selbst. Die Methode funktioniert am besten mit einer kleinen Gruppe. Ein Timer kann helfen, die Diskussionen fokussiert und effizient zu gestalten.

# Quellen