# Aufgabenmodell

Zweck
Überblick über Handlungen und Abläufe
Zeitaufwand
30 Minuten bis 60 Minuten
Beteiligte
User Researcher
Erfahrungsstufe
Fortgeschritten
Template für ein Aufgabenmodell

# Zusammenfassung

Ein Aufgabenmodell beschreibt die Handlungen und Abläufe, die ein Nutzer innerhalb eines interaktiven Systems ausführt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Es konzentriert sich ausschließlich auf die Nutzerperspektive und nicht auf die internen Systemprozesse. Das Modell setzt sich zusammen aus einer Aufgabe, mehreren untergeordneten Teilaufgaben und dem Ziel der Aufgabe. Vor- und Nachbedingungen können ebenfalls angegeben werden.

# Ergebnis

Ein detailliertes Modell der Nutzeraufgaben, das die einzelnen Schritte, Abhängigkeiten und möglichen Variationen der Nutzung abbildet. Das Ergebnis hilft dabei, den Nutzungskontext besser zu verstehen und gezielte Verbesserungen am Systemdesign vorzunehmen.

# Vorgehen

  1. Nutzergruppe auswählen: Die Aufgaben werden aus der Perspektive einer Nutzergruppe beschrieben, nicht aus Systemsicht. Welche Benutzergruppe oder Persona soll betrachtet werden?
  2. Ziel und Aufgabe definieren: Welches übergeordnete Ziel verfolgt der Nutzer im System? Sind mehrere Ziele denkbar, wähle ein konkretes Ziel aus. Welche übergeordnete Aufgabe ist notwendig, um das Ziel zu erreichen?
  3. Teilaufgaben identifizieren: Die Aufgaben der Nutzergruppe werden in kleinere Schritte unterteilt. Schreibe eine Liste mit den Teilaufgaben. Fokussiere dich auf die Handlungen und Entscheidungen des Benutzers, nicht auf das System.
  4. Aufgabenmodell strukturieren: Achte auf eine korrekte Reihenfolge und potenzielle Abhängigkeiten zwischen den Teilaufgaben. Außerdem lässt sich zwischen z.B. zwischen parallelen, optionalen und seriellen Abläufen unterscheiden.
  5. Bedingungen: Überlege, ob es Vor- bzw. Nachbedingungen gibt, damit ein Nutzer die Aufgabe erfüllen und das Ziel erreichen kann. Füge die Bedingungen in das Modell mit ein.
    • Vorbedingungen: Beschreiben die Ausgangssituation, die erfüllt sein muss, damit die Aufgabe ausgeführt werden kann. (Beispiel: Der Benutzer ist auf der Login-Seite und hat die Zugangsdaten)
    • Nachbedingungen: Beschreiben die erwartete Situation nach erfolgreichem Abschluss der Aufgabe (Beispiel: Der Benutzer ist erfolgreich eingeloggt und sieht das Dashboard).

# Einsatzzeitpunkt

Ein Aufgabenmodell kann sich entweder auf die aktuelle Arbeitsweise (z.B. Alt-System) oder die zukünftige Interaktion (neue Anwendung) beziehen. Das heißt, ein Aufgabenmodell eignet sich in der Konzeptionsphase eines interaktiven Systems, um eine benutzerfreundliche Struktur zu entwickeln oder ist hilfreich zur Bewertung bestehender interaktiver Systeme.

# Hilfsmittel und Templates

# Vorteile

  • Nutzerzentrierter Fokus: Das Modell berücksichtigt ausschließlich die Sichtweise und die Abläufe des Nutzers.
  • Klarheit über Abläufe: Aufgaben und Abhängigkeiten werden sichtbar und nachvollziehbar.
  • Identifikation von Verbesserungspotenzial: Engpässe und unnötige Schritte lassen sich leicht erkennen und eliminieren.
  • Kommunikationshilfe: Das Modell dient als Grundlage für die Abstimmung zwischen Design, Entwicklung und Stakeholdern.

# Nachteile

  • Aufwendig bei komplexen Systemen: Bei sehr vielen Abhängigkeiten und Aufgaben kann das Modell schnell unübersichtlich werden.
  • Keine technische Perspektive: Da die Sichtweise des Systems ausgeklammert wird, fehlen möglicherweise relevante technische Anforderungen.

# Wichtige Hinweise

Ein Aufgabenmodell ersetzt keine Use Case Spezifikation, sondern ergänzt diese um die Nutzerperspektive. Falls bereits eine detaillierte Use Case Spezifikation vorliegt, kann auf ein separates Aufgabenmodell verzichtet werden. Außerdem sollte die Darstellung einfach und übersichtlich bleiben, um die Verständlichkeit sicherzustellen.

# Quellen