# Nutzungskontextbeschreibung

Zweck
Die Rahmenbedingungen erfassen, unter denen ein interaktives System genutzt wird.
Zeitaufwand
mehrere Stunden bis Tage
Beteiligte
User Researcher
Erfahrungsstufe
Fortgeschritten
Template für eine Nutzungskontextbeschreibung

# Zusammenfassung

Die Rahmenbedingungen, unter denen ein interaktives System genutzt wird, werden erfasst. Dabei werden die Benutzer, ihre Ziele und Aufgaben sowie die verfügbaren Ressourcen und die Umgebung systematisch beschrieben.

Die Nutzungskontextbeschreibung basiert auf einer Analyse realer Nutzungssituationen, die durch Methoden wie z.B. Beobachtungen, kontextuelle Interviews, Umfragen oder Fokusgruppen gewonnen werden.

# Ergebnis

Eine strukturierte Beschreibung der Nutzungssituation, die die Benutzer, deren Ziele, die Aufgaben sowie die Rahmenbedingungen (Ressourcen, soziale, physische und technische Umgebung) erfasst. Das Ergebnis bildet die Grundlage für die Ableitung von Benutzeranforderungen und die Gestaltung eines nutzerzentrierten Systems.

# Vorgehen

  1. Fragestellung klären
    • Welches System oder welche Anwendung soll analysiert werden?
    • Welche Benutzergruppen und Nutzungssituationen sollen betrachtet werden?
    • Mit welchen Datenquellen soll der Nutzungskontext beschrieben werden? (z.B. durchgeführte Interviews)
  2. Benutzer beschreiben – Wer nutzt das System? Informationen wie Vorerfahrung, technische Fähigkeiten, Motivation und Nutzungshäufigkeit können den Nutzer verständlich darstellen.
  3. Ziel beschreiben – Was möchten die Benutzer erreichen?
  4. Aufgabe – Welche übergeordnete Aufgabe ist zur Zielerreichung erforderlich?
  5. Ressourcen – Welche Mittel stehen den Benutzern zur Verfügung? Z.B. Geräte (z. B. Laptop, Smartphone) und Applikationen (mobile App, Webseite).
  6. Umgebung – In welchem Umfeld findet die Nutzung statt?
    • Soziale Umgebung – Gibt es soziale Einflüsse oder Unterstützungen (z. B. Kollegen, Familie)?
    • Physische Umgebung – Wo findet die Nutzung statt (z. B. Büro, Zuhause, unterwegs)?
    • Technische Umgebung – Welche technischen Rahmenbedingungen bestehen (z. B. WLAN, stabile Internetverbindung)?
  7. Annahmen kennzeichnen: Klar trennen, welche Informationen auf konkreten Daten (z. B. aus Interviews oder Beobachtungen) beruhen und welche auf Annahmen des Teams basieren.
  8. Lücken und Unsicherheiten dokumentieren: Offene Fragen oder fehlende Informationen im Modell festhalten.

# Einsatzzeitpunkt

Die Nutzungskontextbeschreibung eignet sich besonders in der Definitionsphase eines Projekts, um die Rahmenbedingungen der Nutzung zu verstehen und benutzerzentrierte Anforderungen abzuleiten. Sie kann auch zur Vorbereitung von Nutzertests und zur Optimierung bestehender Systeme hilfreich sein.

# Hilfsmittel und Templates

# Vorteile

  • Die Methode liefert ein strukturiertes und umfassendes Bild der Nutzungssituation.
  • Nutzerzentrierter Fokus: Die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der Benutzer stehen im Mittelpunkt.
  • Rückverfolgbarkeit von Anforderungen: Durch die Verknüpfung mit konkreten Datenquellen (z. B. Interviews) lassen sich die späteren Anforderungen bzw. Erfordernisse zur Quelle zurückverfolgen.

# Nachteile

  • Falls Annahmen nicht überprüft werden, könnten Fehlentwicklungen entstehen.
  • Die Erhebung und Validierung der Nutzungskontextdaten kann zeitintensiv sein.
  • Die Qualität der Beschreibung hängt davon ab, ob reale Nutzerdaten verfügbar sind.

# Wichtige Hinweise

Die Nutzungskontextbeschreibung liefert nicht nur ein umfassendes Bild der Nutzungssituation, sondern ermöglicht auch die Rückverfolgbarkeit der Anforderungen zu ihren Quellen (z. B. Interviews, Beobachtungen, Fokusgruppen und Befragungen). Es ist wichtig, Annahmen klar von bekannten Informationen zu trennen, um spätere Fehlentwicklungen zu vermeiden.

# Quellen